Reisebericht Teil 3: Cartagena und Karibik

9 Apr

Cartagena

Am Vormittag des 5. Januars ging es wieder auf den Flughafen El Dorado, dessen Grund für die Namensgebung wir nun kannten, und setzten uns in den kleinen Flieger der uns nach “Cartagena de Indias” an die Karibik bringen sollte.

Noch auf der Rollpiste mit Blick aufs Meer wurden uns 35 Grad angekündigt die uns beim Aussteigen die Kleider am Körper kleben liessen. Während uns sofort der Schweiss auf die Stirn trat, konnten die aus Bogotá zurückgekehrten Costeños wohl gerade eben so ihre Dauer-Gänsehaut loswerden und liessen sogar ihre Pullover an, während sie am Fliessband standen und auf ihre Koffer warteten.

Wir sind an der Karibikküste!!!

Wir sind an der Karibikküste!!!

Draussen vor dem winzigen Flughafengebäude packten wir die Koffer in das einzige geräumige Taxi das auffindbar war und liessen uns zu unserem Apartment für die Tage in Cartagena bringen. Für gerade mal 5 Häuserblöcke wollte der Taxifahrer dann ganze 10.000$ (ca.4€) haben obwohl es höchstens 3.000$ gekostet hätte, schliesslich habe er uns auch mit den Koffern geholfen, die ja nun wirklich sehr schwer gewesen wären. Naty wollte noch diskutieren, aber da hatte mein Vater schon den Schein gezückt und der Taxifahrer war hinterm Lenkrad verschwunden.

Der horrende Taxipreis, den wir gerade gezahlt hatten und für den wir uns wirklich ärgerten war ganz schnell vergessen als wir unser Apartment betraten und feststellten, dass wir einen gigantischen Blick auf das Meer hatten.

Sonnenuntergang von unserem Balkon

Sonnenuntergang von unserem Balkon

Am nächsten Tag standen wir früh auf um nun Cartagena und sein Altstadtzentrum kennenzulernen.

Cartagena de Indias, oder kurz Cartagena, liegt direkt am Meer. Eine grosse Mauerbefestigung umgibt den Altstadtkern und wird nur noch mit einer Strasse vom Strand getrennt.

Cartagena mauserte sich während der Kolonialzeit zum wichtigsten Handelsdrehkreuz der Karibik. Hier trafen die Reichtümer aus allen Ecken des Kolonialreiches ein. Silberbarren aus Bolivien, Gold aus Peru und dem Chocó, Smaragde aus Muzo gingen durch die Hände der stets reicher werdenden Kaufleute. Somit wurde die Stadt zum Angriffspunkt für Piraten die entweder auf eigene Faust oder auf Befehl der englischen Krone die Stadt immer und immer wieder angriffen. Wer ein Fan von “Fluch der Karibik” ist, kann sich mit Leichtigkeit Captain (!) Jack Sparrow durch die Strassen wankend vorstellen. So furchteinflössend er aber auch mit seiner Black Pearl wirken mochte, spätestens nachdem die Bewohner Cartagenas ihre Stadt mit dem 11km langen Stadtwall, der Wehranlage San Felipe, und den zwei Forts an der Einfahrt zur Bucht befestigten, wäre wohl auch einem “so grossen Piraten” wie ihm die Lust vergangen.

In der Altstadt stehen imponierende alte Herrenhäuser. Sie zeugen vom Reichturm der Kaufleute. Die meisten von ihnen sind Festungen mit massiven Mauern und Türmen, von denen sich die Stadt überblicken lässt. Typisch für diese Häuser sind die langen hängenden Holzbalkone im zweiten Stock und die bunt bemalten und wild berankten Fassaden. Die Straßen sind sehr schmal sodass gerade zwei Pferdekutschen aneinander vorbeipassen würden aber sie geben der Stadt einen heimeligen Flair.

Berühmt und wirklich sehenswert ist auch der ehemalige Sklavenmarkt auf dem das “schwarze Gut” direkt aus Afrika engeliefert und an die Kaffe-Plantagen Besitzer verkauft wurde oder nach dem Erwerb in andere karibische Staaten verschifft wurde.

Den Vormittag verbrachten wir damit durch die schönen Straßen Cartagenas zu schlendern, uns hier und dort einen frisch gemachten Fruchtcocktail zu gönnen, den Verkäufern auf der Straße zuzusehen und einfach das karibisch, kolumbianische Flair in uns einzusaugen.

Die Sonne stieg auf ihrern Höchstpunkt und wir beschlossen und in den Stadtpark zurück zu ziehen und den Schatten etwas zu genießen.
Wir mussten jedoch feststellen dass wir uns nicht einfach so wie in jedem anderen deutschen Park ein ruhiges Plätzchen suchen konnten. Hier wurde das Schattenreich von allerhand Tieren beherrscht.
So entdeckten wir erst nach einiger Zeit die Affenfamilie auf dem Baum über uns, die Eichhörnchen die zwischen den Ästen rumsprangen und die Leguane die auf der Wiese zu Scharen rumlagen.

Die Affenfamilie

Die Affenfamilie

Nachdem die Temperaturen wieder etwas fielen erkundeten wir noch den alten Hafen in dem immer noch alte Fragatten vorliegen und fuhren zur Wehranlage San Felipe um uns einmal anzuschauen was von seiner Erbauung an die Stadt in Ruhe schlafen ließ.

Hier noch ein paar weitere Eindrücke von Cartagena:

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Islas del Rosario und Isla Barú

Am nächsten Tag standen wir früh auf und fuhrem zum Hafen. Von dort ging unsere Bootstour los die wir am Vortag spontan gekauft hatten.

Mit 25 weiteren Fahrgästen saßen wir dann in einem kleinen Speedboot, dass uns durch den Hafen, vorbei an den beiden Forts raus aufs offene Meer brachte während unser Touristenführer mit ein paar interessante Daten und Fakten über Cartagenas Geschichte zur guten Stimmung beitrug.

Vorbei an der ersten Insel kamen uns jugendliche Eingeborene in ihren Einbäumen entgegen die sich wegen ihrer schlechten Lebensumständen etwas ganz besonderes haben einfallen lassen:
Wenn wir Touristen Geld ins Wasser warfen tauchten sie der Münze hinterher. Beim Auftauchen schoben sie die Münze in den Mund. Am Ende wurde “asugespuck” und der Gewinn erzählt.

abgetaucht...

abgetaucht...

Weiter ging auf unserem kleinen Bötchen, immer weiter hinaus vorbei an zig Inseln und Inselchen die mal größer mal kleiner, mal bebaut oder unbebaut an uns vorbei rauschten.
Daher auch der Name, rief gleich unser Moderator über das Motorenbrummen hinweg. Die Spanier hätten damals die Hände über ihren Köpfen zusammen geschlagen als sie diese vielen Inseln entdeckten. Wie sie sich denn so viele Namen ausdenken sollen. Die würden ja wie Perlen eines Rosenkranzen aneinander gereiht liegen. Ach, lasst sie doch einfach Inseln des Rosenkranzes nennen. Bitteschön. Da hätten wirs. Islas del Rosario.

Leider bei etwas bevölktem Wetter

Leider bei etwas bevölktem Wetter

und so sieht es bei Sonnenschein aus

und so sieht es bei Sonnenschein aus

Nun kam die große Frage auf uns zu. Wir hatten die Möglichkeit Schnorcheln zu gehen oder in das Aquarium. Beides gleichzeitig ging nicht. So entschieden Naty und ich die lieben Fischchen lieber in freier Wildbahn zu betrachten als hinter irgendwelchen Fensterscheiben während meine Eltern sich für letzeres entschieden.
Und nach Beteuerung, dass wir auch wirklich schwimmen können wurden wir zugelassen. Die zwei kleinen Mädchen… Man man wir spielen hier keine Babysitter, damit das klar ist. Si Señor.

Leider wurde das Wetter etwas rauer und der Sand wurde aufgespült aber wir konnten trotzdem ein paar Fische erhaschen. Die Fotos sind nur leider etwas naja… sandfarben eben.

Korallen

Korallen

die zwei Badenixen

die zwei Badenixen

Wieder im sicheren Boot und mit der vollständigen Besatzung ging es weiter zur letzten Station unseres Ausfluges. Zur größten Insel, Isla Barú mit ihrem wunderschönens “weißen Strand”, Playa Blanca.
Dort wurden wir abgesetzt. Wir konnten den Rest des Tages am Strand liegen und zu Mittag essen. Ein typisch karibisches Gericht: frittierter Fisch mit Reis, frittierten Kochbananen und Salat.

Playa Blanca

Playa Blanca

Leider ist auch dieses Foto wieder aus dem Internet weil ab dem Zeitpunkt der Akku schlapp gemacht hat. Aber zählt ja trotzdem. Wir waren immerhin da!

Auf der Rückfahrt war das Wetter dann so schlecht, dass wir eine richtig raue Fahrt hatten und hinter jeder Welle richtig absackten. Das war für die einen der krönende Abschluss, für andere dagegen gar nicht.
Ich für meinen Teil fand es richtig spannend und es war ein sehr gelungener Tag!

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